Erst die Narbe. Dann die Erkenntnis, dass niemand darüber redet.
Nach der Operation war die Wunde verheilt, aber die Narbe blieb. Erhaben, rot, sie spannte und juckte. Nichts Dramatisches im medizinischen Sinn, und trotzdem etwas, an das man jeden Tag denkt, wenn man sich anzieht oder in den Spiegel schaut.
In der Praxis ging es dann schnell um Laserbehandlungen und Sitzungen im vierstelligen Bereich. Silikon kam höchstens als Nebensatz vor, ohne Empfehlung, welches Produkt man denn nun nehmen soll. Dabei ist genau das der am besten untersuchte Ansatz für erhabene Narben und seit über 30 Jahren klinischer Standard (Cochrane Review, 2021).
Dann kam die Phase mit dem Ausprobieren
Cremes aus der Drogerie, Öle, irgendein Mittel aus dem Netz mit vielen Sternen und keinem Beleg. Und Silikonpflaster, gleich mehrere. Das Prinzip stimmte, die Produkte nicht: zu dünn, feste Standardgrößen, die nie zur Narbe passten, und vor allem hielten sie nicht. Nach ein paar Stunden lagen sie im Bett oder klebten am Shirt.
Das war der Punkt, an dem klar wurde, woran es wirklich hakt. Nicht am Wirkprinzip. Sondern daran, dass zwischen Drogerieregal und Laserpraxis nichts liegt, das man ehrlich empfehlen könnte, und dass niemand einem erklärt, worauf es ankommt.
- Was in dieser Zeit gefehlt hat
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Ein Pflaster, das die Nacht übersteht
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Eine Größe, die zur Narbe passt
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Eine ehrliche Zeitangabe
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Jemand, der sagt, wann es nichts bringt
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Etwas zwischen Creme und Laser
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Eine Erklärung, die man versteht